Apfelkuchen Florentiner Art

Es herbstet! Die Spätsommersonne lädt zum Sonntagnachmittags-Kaffee auf der Terrasse ein. Grund genug für mich, mal nach der wörtlichen Herkunft dieses „Altweibersommers“ zu suchen, der Mitte/Ende September so oft für schöne Tage sorgt. Fündig geworden bin ich auf www.brauchtumsseiten.de:

Der Ursprung dieser Bezeichnung führt weit in die Vergangenheit, vermutlich sogar bis in die germanische Mythologie.

Seit etwa 1800 gibt es den Namen Altweibersommer. Man teilte davor nur die Jahreszeiten in Sommer und Winter ein.

Den Frühling nannte man den „Jungen Weibersommer“, und der Herbst wurde als „Alter Weibersommer“ bezeichnet

Von Mitte bis Ende September gibt es fast jedes Jahr eine der schönsten und beständigsten Hochdruckwetterlagen über Mitteleuropa. Ursache ist ein Festlandshoch über Osteuropa, das trocken-kontinentale Luft nach Mitteleuropa einströmen lässt. Typisch sind auch die morgendlichen Nebelfelder in den Flußniederungen, die sich durch die noch ausreichend starke Sonneneinstrahlung vormittags auflösen. Dieses schöne Hochdruckwetter kann von mehreren Tagen bis Wochen dauern, ja selbst noch bis in die ersten Oktobertage hinein.
In Wetterstatistiken ist diese Schönwetterperiode seit ca. 200 Jahren nachweisbar und in Bauernregeln sogar seit mehreren Jahrhunderten.

Der Altweibersommer hat seinen Namen von den vielen dünnen Spinn-Fäden, die in dieser Zeit in der Luft schweben. Sie erscheinen, von Nebel und Tau benetzt, wie Perlschnüre. Die Kühle am Morgen zaubert diese Tauperlenschnüre ins Gras.

Mit „weiben“ wurde ,im Altdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet. Im Volksglaube wurden diese Spinnweben aber auch für Gespinste von Elfen und Zwergen gehalten.

Wieder was gelernt. :) Zurück zum Sonntagnachmittag: Diesmal stand eine Apfelkuchenvariation auf dem Tisch, die das Nützliche perfekt mit dem Angenehmen kombiniert: Fix viele Boskop-Äpfel vom eigenen Baum verarbeiten und einen fruchtig-feinen Begleiter zum Kaffee erhalten. Das Rezept stammt von der Staudentöpferei , die sehr schöne Keramik (unter anderem auch Quicheformen) in Handarbeit herstellt.

Das Rezept reicht locker für eine Quiche- oder Tarteform mit 28cm Durchmesser. Ich hatte nur eine 26er zur Hand und habe noch ein Mini-Küchlein mit dem überschüssigen Teig gebacken. Ein bisschen Zimt oder Vanille macht sich sicher gut bei den geschnittenen Äpfeln, das Originalrezept ist da recht puristisch. Uns allen hat der Kuchen jedenfalls wunderbar geschmeckt, er ist nicht schwer und ein kleines Stück passt immer rein. Selbst nach dem grandiosen Saltimbocca {Rezept hier} vom Mittagessen. ;)

Zutaten für eine 28cm Form

Mürbteig | 100g Zucker | 200g Butter | 300g Mehl | 1 Ei

Belag | 1kg Äpfel (säuerlich, z.B. Boskop) | 3 EL Zitronensaft

Guss | 50g Butter | 50g Zucker | 1 EL Honig (Waldhonig ist sehr aromatisch) | 3 EL Milch | 100g Mandelblättchen

Zubereitung

Den Mürbteig zubereiten und zur Weiterverarbeitung kalt stellen. {Meiner musste diesmal sogar über Nacht im Kühlschrank verweilen, weil die Zeit fehlte}. Eine Quiche- oder Tarteform fetten und bröseln, den Teig dünn zwischen Klarsichtfolie ausrollen und die Form damit auslegen. Ofen auf 180-190°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Äpfel schälen und in dünne Scheiben schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln. Ca. 20 min vorbacken. Butter, Zucker, Honig und Milch in einem Topf erhitzen, etwas einköcheln lassen, ausschalten. Mandeln dazugeben. Auf vorgebackenem Kuchen verteilen und weitere 20 min goldgelb fertig backen. Bei einer Form aus Keramik den Kuchen auf der untersten Schiene backen und Backzeiten evtl. verlängern. Übung macht den Meister. :)

4 Kommentare

  1. So, das ist eher Apfelgaz mit Florentierdeckel geworden bei mir…

    1. Was ist denn Apfelgaz?

  2. Edith · · Antwort

    liebe Verena,
    ein Tipp zu dem Florentiner Apfelkuchen. Wenn man keine Boskop Äpfel hat.Er wird homogener, wenn du die Äpfel etwas vordünstest. Die Masse musst Du dann noch abkühlen lassen, wenn Du Sie auf den Mürbteig gibst. Beim Anschneiden des Kuchens, fallen dann nicht immer Äpfelstückchen heraus.

    1. Liebe Edith,
      danke für den Tipp!! :)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: