Pizza die Erste

Eine selbstgemachte Pizza steht und fällt mit der Qualität des Pizzateigs. Mein Wunsch-Pizzaboden ist dünn aber stabil, am Rand knusprig und voluminös. Ich habe aber weder Holzofen, noch Pizzastein. Man kann eben nicht alles haben? Falsch! Die Jagd nach dem perfekten Pizzateig ist hiermit offiziell eröffnet! Bisher war ich nach stundenlanger Vorbereitung {kneten, gehen lassen, noch mal kneten, ausrollen…} immer recht enttäuscht, nicht unbedingt vom Geschmack – kann man ja mit selbstgemachter Pizzasauce und Lieblingsbelag ganz gut steuern – sondern von der Konsistenz des Bodens. Zu trocken, zu durchgesuppt, zuviel Hefegeschmack, etc… Mindestens fünf verschiedene Rezepte habe ich schon ausprobiert in den letzten Jahren, plus die Kreationen meiner Freunde und Familie getestet. Annähernd überzeugt hat mich nur eine {du darfst dich geehrt fühlen Chris}. Für den Blog möchte ich jetzt eine Versuchsreihe starten, an deren Ende ich hoffentlich meinen favorisierten Pizzateig präsentieren kann. Die perfekte Pizzasauce hab ich glücklicherweise schon gefunden…

Die Jagd nach dem perfekten Pizzateig, Folge 1: Trockenhefe, Honig und Olivenöl

Als erstes habe ich ein Pizzarezept von einem meiner Lieblingsblogs adaptiert, der mich eigentlich noch nie enttäuscht hat. Nur verwende ich im Gegensatz zu Laurie von Simply Scratch ein Drittel Roggen-Vollkornmehl. Ansetzen und Kneten des Teigs sind im Handumdrehen erledigt, aber die lange Gehzeit von 1,5 Stunden schreckt mich im ersten Moment schon wieder ab. Ich mache trotzdem alles genau nach Plan, gut Ding will eben Weile haben. Im Endeffekt stellt sich das Timing als ideal heraus, in der Zwischenzeit kann man Pizzasauce und Zutaten für den Belag vorbereiten, das größte Chaos beseitigen {Spülmaschine ftw!}, Tisch decken und den Wein entkorken. Nach 1,5 h ist der Teig wunderbar fluffig und doppelt so groß geworden. Der Clou ist außerdem, das Olivenöl nicht direkt in den Teig zu rühren, sondern vor dem Gehen als „Antihaftbeschichtung“ aufzutragen. Auf’s Blech kommt kein Backpapier, sondern ebenfalls ein dünner Ölfilm. Der Teig lässt sich erstaunlich leicht mit dem Händen verteilen, Nudelholz adé! Nach dem Backen löst sich die Pizza mit Hilfe eines Pfannenwenders problemlos und hat sogar den Berg von Belag {spontaner Übermut} verkraftet, ohne durchzuweichen. Geschmeckt hat sie extrem lecker, der Aufwand lohnt sich also!

Fazit: Dieses Rezept hat auf Anhieb super geklappt und reicht fast an den idealen Pizzaboden ran. Knuspriger Rand, etwas softere Mitte. Beim nächsten Mal vielleicht etwas mehr Salz in den Teig. Wird unbedingt wiederholt!

Zutaten für 1 Blech Pizzateig {metrische Umrechnung zu amerik. Cup-Maßen in Klammern}

1 Cup {120g} Roggen-Vollkornmehl | 2 Cups {240g} Weizenmehl 405 oder 505  | ½ TL Salz | 1 Cup {230ml} warmes Wasser | 1 Päckchen Trockenhefe | ½ EL Honig | 1 EL Olivenöl

Zubereitung Pizzateig

Warmes Wasser in einen hohen Rührbecher füllen, Honig darin auflösen. Hefe dazu und gut verrühren, bis sich alles aufgelöst hat. Etwa 5-6 min stehen lassen, bis sich sichtbarer Schaum im Becher bildet und es unverkennbar nach Hefe riecht. In der Zwischenzeit den Backofen auf 50°C vorheizen und eine große, ofenfeste Schüssel mit heißem Wasser füllen.

In einer zweiten Schüssel Mehl mit Salz mischen, die Hefemischung langsam unter Rühren {Knethaken} dazuschütten und zu einem homogenen Teig verarbeiten. Auf der bemehlten Arbeitsfläche von Hand kräftig durchkneten {mind. 2 min} und eine Kugel formen. Ofen ausschalten, heißes Wasser ausschütten, ofenfeste Schüssel abtrocken. 1 EL Olivenöl darin verteilen und die Teigkugel drin wälzen. Mit feuchtem Geschirrtuch bedecken und für 1,5 Stunden in den warmen Ofen stellen. Ein einfacher Test zeigt, ob der aufgegangene Teig gelungen ist: Mit dem Finger ein Loch hinein drücken – bleibt es drin, passt alles. Teig nochmals kurz durchkneten und mit den Händen auf dem vorbereiteten Blech {Olivenöl mit Küchenkrepp einreiben} ausdrücken. Nochmal kurz ruhen lassen, während der Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizt.

Pizzasauce auf dem Teig verteilen und für 5 min auf oberster Schiene vorbacken. Die Tomatensauce sollte nicht mehr feucht glänzen und der Rand leicht aufgegangen sein. Zuerst Käse, dann restlichen Zutaten auf dem Blech verteilen und in 15-20 min fertig backen. Mit dem Pfannenwender gegen Ende der Backzeit die Konsistenz des Bodens checken, ich habe meine Pizza die letzten 5 min auf unterster Schiene fertig gebacken.

Zutaten Pizzasauce {reicht für 2 Bleche}

1 EL Olivenöl | 1 kleine rote Zwiebel | 1 TL brauner Rohrzucker | 1 große Knoblauchzehe, zerdrückt | 1 EL Tomatenmark | 1 EL Balsamico Essig | 400ml passierte Tomaten {z.B. Tomaten passiert mit Kräutern von Oro die Parma} | Salz, Pfeffer

Öl in einem kleinen Topf erhitzen und Zwiebeln auf moderater Hitze 4-5 min glasig dünsten. Rohrzucker karamellisieren lassen, Knoblauch und  kurz mitbraten. Mit Essig ablöschen. Passierte Tomaten hinzufügen und 20-25 min leicht köcheln lassen, damit die Säure der Tomaten verschwindet. Übrig bleibt eine wunderbar fruchtig-aromatische Sauce, die auch gut zu Pasta passt. Evtl. mit frischem Basilikum aromatisieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mein Belag {reicht für 1 Blech}

1 Büffelmozzarella | 120g Grana Padano, gerieben | 4 große frische Champignons, in Scheiben | 1 handvoll grüne Oliven | 1 eingelegte gelbe Paprikaschote | ½ gebratene Aubergine | 6 Artischockenherzen | 3 eingelegte scharfe Peperoni, in Ringe geschnitten | Oregano

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