Zwiebelkuchen mit Quark-Öl Teig

Heute gibt’s einen kleinen Gastbeitrag: Mein lieber Mitbewohner hat für uns gekocht. Das führte dazu, dass ich gestern mit Bauchschmerzen aus der Küche gerollt bin – so lecker war das! Allein der Geruch, der aus dem Backofen strömt… da tropft der Zahn! Zwiebelkuchen ist bei P. zu Hause ein Klassiker, während sich meine Erfahrung auf dem Gebiet in Grenzen hält. Zwiebelkuchen ist ein echter Herbst-Klassiker, am besten er kommt zusammen mit einem Glas Federweißer {so heißt neuer Wein bei uns} auf den Tisch. Wiki sagt:

Das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm vermutete um die Mitte des 19. Jahrhunderts, der Name Federweißer leite sich von der alten Bezeichnung Federweiß für Alaun her, das man früher dem Wein als Konservierungsmittel zugab.[1] Da solche Mittel jedoch erst in späteren Reifestadien zugesetzt werden, wird heute angenommen, dass die Hefezellen, die der Federweiße wie jeder Neue Wein als Schwebstoffe enthält, ihm wegen ihrer federweißen Farbe den Namen verliehen haben. Der Name wird wie „der Weiße“ dekliniert; man trinkt also z. B. den Federweißen.

Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal Federweißer gekauft habe, passierte mir natürlich der Anfängerfehler schlechthin. Die Flasche im Supermarkt mit Schwung auf’s Band gelegt, sehr zur Freude der Kassiererin… Irgendwie hat mir keiner gesagt, dass der Deckel quasi nur draufgelegt ist.

Zurück zum Zwiebelkuchen. Es gibt ja verschiedene Varianten der Zubereitung, je nach Region. Mal mit Hefeteig, mal mit Mürbteig. Der Unterschied zum Flammkuchen besteht u.a. darin, dass die Zwiebeln nicht roh auf den Teig kommen, sondern vorher mit etwas Fett gedünstet werden. Der Mitbewohner {übrigens schreibfaul, deswegen immer noch ich an den Tasten} ist von der unkomplizierten Sorte und probierte gestern mal Quark-Öl Teig als Basis für den leckeren Belag. Meiner Meinung nach hat das sehr gut funktioniert, der Boden war am Rand goldbraun-knusprig, in der Mitte dünner und  weich, aber stabil. Vielleicht würde ich nächstes Mal ein bisschen Kümmel dazufügen. Nach 50 min Wartezeit kam das Blech dann endlich aus dem Ofen und hungrige Ungeduld stürzte sich drauf. Die fotografische Dokumentation litt stark darunter, verzeiht mir. ;-)

Zutaten für 1 Blech

Quark-Öl Teig:  250g Magerquark | 400g Mehl Typ 405 | 5 Bio-Eier | 6 EL Milch | 7 EL neutrales Öl | 1 Prise Salz | 1 EL Backpulver

Belag:  1 ½ kg weiße Gemüsezwiebeln, abgezogen und in feine Streifen gehobelt | 1 EL Butter + 1 EL Öl | 300 g Schmand | Pfeffer aus der Mühle | Muskatnuss, frisch gerieben

Zubereitung

Quark mit Mehl, 1 Ei, Milch, Öl, Salz und Backpulver verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Eine Kugel formen und in Frischhaltefolie gewickelt 30 Minuten kühl stellen. Zwiebeln in 1 EL Butter + Öl ca. 10 Minuten dünsten und danach vom Herd nehmen. Sauerrahm mit restlichen Eiern verrühren, mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss kräftig würzen. Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Gekühlten Teig auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausrollen, dabei einen kleinen Rand formen. Zwiebeln darauf verteilen und anschließend die Eiermasse darüber gießen. Gleichmäßig arbeiten, sonst suppt der Teig an manchen Stellen durch. Im heißen Ofen ca. 45-60 Minuten backen. Der Zwiebelkuchen ist perfekt, wenn der Belag fest und leicht golden ist. Kurz auskühlen lassen, dann mit dem schärfsten Messer des Hauses in Rechtecke schneiden.

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7 Kommentare

  1. ohh ja das war was… um mal Ben Franklin zu zitieren
    „Seit Erfindung der Kochkunst essen die Menschen doppelt so viel wie die Natur verlangt.“
    :D

  2. Hallo Verena,
    mt dem Beitrag leitest du den Herbst auf dem Teller ein. Das klingt nach dem perfekten Zwiebelkuchenrezept. Es ist so lange her, dass ich Zwiebelkuchen gemacht habe, ich habe glatt mein Rezept vergessen. Aus diesem Grunde speichere ich mir deines bzw. das deines Mitbewohners ab, und hoffe, in den Genuss eines solchen Zwiebelkuchens noch diesen Herbst zu kommen – mit einem Glas FederweisseN, versteht sihch ;-)
    Gruss,
    Sarah

    1. Liebe Sarah,
      der Herbst hat mich heute mit 8°C und Handschuhwetter begrüßt… Da wäre der Zwiebelkuchen in der Tat gerade recht gekommen, inkl. großem Glas Federweißer! Ich freu mich, wenn Du berichtest, falls Du Zwiebelkuchen zauberst. :)

  3. Christiane · · Antwort

    Liebe Verena,
    verrätst du mir, mit Hilfe welchen Werkzeugs du die Gemüsezwiebel in feine Streifen hobelst? Mir fehlt da jegliche Erfahrung!

    Mein 8-jähriger wünscht sich für´s Wochenende vegetarischen Zwiebelkuchen: (zeigt aufs Foto): „Mama, genau so machen wir das, das sieht richtig lecker aus!“

    1. Liebe Christiane,
      ich habe so eine Vierkant-Reibe aus Metall, die hat auch eine Scheiben-Hobel-Funktion… Ich hoffe ich konnte dir damit helfen! Lieben Gruß und viel Spaß beim Nachkochen! Verena

  4. Liebe Verena,
    nun habe ich den Zwiebelkuchen nachgemacht, auch wenn’s der Herbst 2015 geworden ist. Ein klasse Rezept, vielen Dank, auch an deinen Mitbewohner! Der Zwiebelkuchen wird wieder gemacht, und auch den Quark-Öl-Teig gibt’s wieder. Federweißer werde ich beim nächsten Mal dazu trinken.
    Grüsse,
    Sarah

    1. Liebe Sarah,
      das freut mich sehr! Schön, dass der Zwiebelkuchen geschmeckt hat. Der Mitbewohner wohnt mittlerweile woanders, aber ich richte ihm das Lob gerne aus! Einen schönen Herbst mit vielen leckeren Kochabenden wünsche ich Dir… :)

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