Pizza die Zweite – der 24h Teig

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Es ist soweit, Testlauf für den Pizzastein! Der über Weihnachten & Neujahr doch sehr vernachlässigte Brotback- wurde die letzten zwei Wochen  zum Pizzabackdonnerstag umfunktioniert. Das Fazit gleich vorweg: Ich bin verliebt! In den heißen, viereckigen, flachen Stein da in meinem Backofen.

Auf Wiedersehen Blechpizza, hallo Pizza wie aus dem Steinofen! Okay, die Leute mit einem Schamottstein im Kücheninventar wissen bereits Bescheid, aber für mich war es eine Offenbarung!! Meine Pizza hatte diese richtig dicken Blubberblasen im Teig und einen herrlich luftigen und weichen Rand. Knusperstellen gab es auch noch, was will frau mehr. :D

Vor ewigen Zeiten, {Pizza die Erste} habe ich euch versprochen, verschiedene Teige durchzuprobieren. Die Wahl fiel diesmal auf den 24h-Teig, den Verena von la mia trattoria so schön propagiert hat. Für spontane Pizzalust weniger geeignet, aber mit ein bisschen Vorausplanung sehr entspannt und saulecker!

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Man nehme ein Kilo Weizenmehl, ¼ Hefewürfel {knapp aber passt}, kaltes Leitungswasser und Salz. Das ist schon alles! Die Verarbeitung ist ausführlichst hier beschrieben, deswegen spare ich mir den Zubereitungsroman. Man benötigt außerdem ein Rührgerät mit Knethaken bzw. eine Gabel mit kräftigen Armen dran. ;) Ein Holzbrett oder -schaufel und 6-7 kleine Tupperboxen sind auch ganz praktisch.

Das bisschen Vorbereitung am Tag vorher lohnt sich. In meinem Kühlschrank lagerte letzten wie diesen Donnerstag backfertiger Teig für 6-7 runde Pizzen, der abends genüsslich mit Freunden vernichtet wurde. Das Geheimnis ist, dass die Hefe im Kühlschrank sehr langsam aber stetig arbeitet und der Teig deswegen theoretisch bis zu 7 Tage dort bleiben kann. Der typische Hefegeschmack, der so manche selbstgemachte Pizza runterzieht, verschwindet dabei zu Gunsten leicht säuerlicher Gärstoffe. Auch ohne Pizzastein schmeckt eure Pizza so ein wenig mehr nach Original!

Weniger ist mehr: Wichtig beim Belegen der Pizza ist, sie nicht zu überladen, da sie sonst nicht mehr vom Holzbrett auf den Pizzastein rutschen will. War eine echte Herausforderung, mit knurrendem Magen an Käse und leckeren Toppings zu sparen. Besonders gut „rollt“ der Teig übrigens mit doppelgriffigem Mehl oder Hartweizengrieß von der Pizzaschaufel .

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Auf los geht’s los: Beim Pizzabacken für viele Leute ist Geduld gefragt, schließlich wird immer nur eine nach der anderen fertig. Zum Glück geht das auf dem knallheißen Stein doppelt so schnell wie auf dem Blech. Ich persönlich fand das Essen in Etappen genial, man kann nämlich viel mehr probieren… Tomaten, Büffelmozzarella, Kapern, schwarze Oliven, rote Zwiebeln, Paprika, hauchdünne Kartoffelscheiben… oder doch ganz klassisch Margherita? Für unseren Tomatenverweigerer gab es sogar extra Pizza bianca :) *Suchtgefahr*

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Der Abspann. Kein guter Film ohne Outtakes. ;) Sieht alles aus wie perfekt nach Plan gelaufen? Weit gefehlt! Es ist halt doch noch kein Pizzabäcker vom Himmel gefallen. Runde Pizzen aus dem Handgelenk fabrizieren ging erstmal ordentlich schief, meine formschöne Bilanz lautet zwei von sieben. Die Quote von Pizza-heil-auf-den-Stein-schubsen vs. Schadensbegrenzung liegt immerhin bei fünf von sieben. Meine Küche musste auch ein wenig weinen, habe ich doch mein Lieblingsholzbrett angesengt und eine Tupperbox versehentlich auf der Herdplatte geschmolzen. Eine so heftige wie kurze Krise später landete ein Stück Pizza-Offenbarung auf meinem Teller und schon war die Welt wieder im Lot… Verluste gibt’s wohl immer. :D

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Zutaten für 6-7 „runde“ Pizzen :)

Teig: 1kg Weizenmehl Typ 405 | 625ml kaltes Leitungswasser | ¼ Würfel Hefe | 40g Salz

Pizzasauce: 2 EL Olivenöl | 1 Zwiebel, fein gewürfelt | 2 Knoblauchzehen, fein gehackt | 2 EL Tomatenmark | 1 EL Vollrohrzucker | 2 Dosen passierte Tomaten {800ml} | 1-2 TL getrockneter Oregano | 2 handvoll frisches Basilikum, gehackt | schwarzer Pfeffer aus der Mühle | Salz

Für die Sauce Zwiebeln und Knoblauch 3-4 min in Öl anbrutzeln, aber nicht braun werden lassen. Tomatenmark und Zucker 1min mitbraten, mit passierten Tomaten ablöschen, gut umrühren. Mit Kräutern, Pfeffer und Salz kräftig würzen und mindestens 30 min köcheln lassen, bis die Säure der Tomaten verschwunden und die Sauce leicht eingedickt ist.

Pizzateig einen Tag im voraus nach Anleitung vorbereiten und im Kühlschrank ruhen lassen. Am Backtag den Pizzastein im Ofen 60min auf maximaler Temperatur vorheizen. Teig mit den Händen, nicht mit dem Nudelholz zu einem dünnen Kreis formen bzw. zwischen den Handrücken auseinander ziehen. So bleiben die Lufteinschlüsse schön drin. Am besten gleich auf der gut bemehlten Holzschaufel ablegen und dünn mit Tomatensauce bestreichen. Schnell arbeiten, damit der Teig nicht durchweicht. Sonst gibt’s nachher Calzone, weil nix mehr von der Schaufel rutschen will. Mit Lieblingszutaten belegen {Käse immer zuerst!} und mit Schwung rauf auf den Pizzastein. Nach 7-8 min ist die Pizza perfekt gebacken und leicht gebräunt… Yum.

8 Kommentare

  1. Sieht toll aus. Ich liebe meinen Pizzastein auch! Stimmt, das vom Schieber auf den Stein schubsen kann ganz schön spannend sein – aber im Ergebnis ist es ein Riesenspaß.

    1. Geschmeckt hat es noch viel toller! Könnte momentan täglich Pizza essen… liegt nicht zuletzt an dem von dir erwähnten Spaßfaktor! :)

  2. Ich musste bei dem einen Foto von dir sehr schmunzeln :) genauso sahen auch eine Menge von meinen Pizzen schon aus, aber eigentlich auch viel interessanter als nur rund, oder? ;-)
    schönes Wochenende dir! :)

    1. Hehe, sehr gut! Nur rund wäre ja langweilig :) Muss sowieso noch ein Dankeschön loswerden: Ohne dich hätte ich den tollen Teig gar nicht erst entdeckt. Der schmeckt so wahnsinnig gut und hat den Härtetest {Pizza bianca} mit Bravour gemeistert.
      Ebenfalls schönes Wochenende, flockt es bei dir auch schon?

  3. …“mein lieber Schwan“….
    Ich mag auch so eine Pizza haben :))
    Liebe Grüße von daheim!
    Paps

    1. Ich komm dann mal zum Backen vorbei… damit kann man übrigens auch gut Gäste beeindrucken. :D

  4. Ha, da melde ich mich auch gleich an ;) Verena, die Pizzaiola :)

    Die Pizzen schauen grandios aus, egal ob rund oder nicht. Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit als Pizzaiolo im Restaurant. Da mussten anfänglich einige Gäste sich mit einer alles andere als runden Pizza begnügen :)

    1. Mensch, danke dir! Das geht runter wie Butter, vor allem da du im Gegensatz zu mir professionelles Training hattest… Erzähl mir mehr! Wann, wo, wielange kamen Gäste in den Genuss einer mit Liebe geformten Pizza von dir? :D

      P.S. Ihre Reservierung wurde entgegen genommen. Tausche Pizza gegen Käsefondue. :)

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