Süßkartoffel-Küchlein nach Ottolenghi

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Es steht noch ein Rezept vom letzten Dinner bei Kata aus – nämlich diese Goldstücke hier. Gleichzeitig das erste Rezept, dass ich aus meinem neuen Wälzer „Genussvoll Vegetarisch“ von Yotam Ottolenghi ausprobiert habe. Ich klebe mir freiwillig dick und fett ‚Mitläufer‘ auf die Stirn – aber dieser Typ kann kochen!

Fall es da draußen wirklich noch jemand gibt, der gern vegetarisch kocht und Yotam Ottolenghi nicht kennt: Genussvoll Vegetarisch ist das zweite Kochbuch des israelisch-stämmigen Gastronomen. Ich finde seinen Hintergrund ja ganz spannend: Geboren 1968 in Jerusalem {Vater: Italiener, Mutter: Deutsche}, studiert er zuerst Philosophie in Tel Aviv, bevor er knapp 10 Jahre später nach London zieht, um seine kulinarische Karriere zu starten. Sämtliche Medienpräsenz, vier Londoner Delis und zwei Kochbücher später, entbrennt bei Robert von lamiacucina eine hitzige Diskussion über Ottolenghi generell und Genussvoll Vegetarisch im Speziellen. Schon hing ich am Haken, denn was solch kontroverse Meinungen auslöst, muss ins Visier genommen werden.

Das mit dem Visier zog sich dann noch ein wenig, ich sage nur chronisch-studentischer Geldmangel. Außerdem habe ich wirklich schon genug Kochbücher, aus denen zehn Nachkochen-Post-its ragen und die aus chronisch-studentischem Zeitmangel doch nicht beachtet werden. Irgendwann war dann Weihnachten und Herr P. mit dem Elefantengedächtnis erinnerte sich an einen knallvioletten Bucheinband… Juhu.

Nach ausgiebiger Begutachtung pflichte ich der Mehrheit bei: Klasse Rezepte, kitschiger Einband. Aber es zählen im Endeffekt doch nur die Inneren Werte. Ich sage nur: Süßkartoffelküchlein. :) Zum Reinlegen!! Von der Konsistenz her sind sie ein bisschen weich geworden, fast wie gebratenes Kartoffelpüree, aber das lag am Zeitmangel. Eine Stunde Abtropfzeit, wie im Rezept gefordert, war einfach nicht drin. Wenn die Süßkartoffeln erstmal gegart sind, geht alles andere nämlich ruck zuck und die Damen hatten Hunger. Am nächsten Tag sogar kalt noch echt fein. Besonders gut machen sich die Frühlingszwiebeln in Kombination mit Chili. Mmhh!

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Zutaten für 2 Personen

2 richtig große Süßkartoffeln {ca. 600g} | 1 EL Sojasauce | 100g Weizenmehl | ½TL Salz | eine Prise Zucker | 3 EL Frühlingszwiebeln, gehackt | ½TL frische Chilischote, fein gehackt {je nach Geschmack auch mehr} | Olivenöl zum Braten {Original: Butter}

Zubereitung

Süßkartoffeln schälen und in grobe Stücke schneiden. Im Kartoffeldämfer ca 30 min dämpfen oder bis sie schön weich sind. Mind. 1 Stunde abtropfen lassen. In der Zwischenzeit einen Dip anrühren aus allem, was der Kühlschrank hergibt und zu was ihr Lust habt. Meiner war aus Ziegenfrischkäse, Dill und Frühlingszwiebeln. Sind die Süßkartoffeln einigermaßen abgetrocknet, in einer großen Schüssel mit der Gabel zu Mus verarbeiten. Restliche Zutaten außer Olivenöl hinzufügen und rasch zu einem glatten Teig verarbeiten. Rührt ihr zu lange, gibt es nur klebrigen Brei statt formbare Masse.

In einer beschichteten Pfanne das Öl auf niedriger/mittlerer Stufe heiß werden lassen, mit einem Esslöffel Nocken vom Teig abstechen, in die Pfanne setzten und flach drücken. Für Leute mit Maßband am Gürtel hat Ottolenghi folgdendes notiert: Ein 5cm breites und 1cm hohes Küchlein soll etwa 6min pro Seite gebacken werden, bis eine appetitliche braune Kruste entsteht. Na dann, ihr wisst Bescheid, Schätzeleins. :)

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14 Kommentare

  1. mmmh das sieht lecker aus! das kochbuch habe ich auch! habe noch gar nicht probiert, die rezepte abzuwandeln… muss ich wohl jetzt mal machen! =)
    ich habe dich übrigens getagged und würde mich freuen, wenn du meine fragen beantworten magst: 11 Dinge über mich

    1. Oh ich fühle mich geehrt! :) Das ist ja ne witzige Aktion, habe bei dir kurz quergelesen… toll! Sobald ich mir etwas mehr Zeit freischaufeln kann, mache ich gern mit! Wird sich aber wahrscheinlich noch bis zur nächsten erledigten Uni-Abgabe ziehen…
      Und Ottolenghi lohnt schon mal einen zweiten Blick…
      Liebe Grüße!

  2. Wow, wie lecker die aussehen und dann auch noch mit Süßkartoffeln!
    Ich liebe die Dinger und könnte die eigentlich überall reinmischen. Hab auch noch welche im Vorratsschrank, die werden dann wohl in die Küchlein rein müssen ;-)

    1. Jep, ich liebe Süßkartoffeln auch, sind so vielseitig! Vom Blech, aus dem Suppentopf, aus der Pfanne, neulich hab ich sogar Pizza mit hauchdünnen Kartoffelscheiben drauf gemacht. Müsste eigenltich auch mit Süßkartoffeln klappen…? Probier auch mal die fruchtige Süßkartoffelsuppe wenn du nicht weißt, wohin mit den Dingern. :)

  3. Von dem Kochbuch habe ich schon viel viel gehört. Ist ja auch buchstäblich in aller Munde…

    Ich liebe ja Kochbücher und kaufe mir, einfach nur weil’s schön ist, regelmässig ein neues, das ich dann voller Freude durchblättere und praktisch nie etwas daraus koche :)

    Wenn ich mir deine Küchlein so anschaue… ich werde mich wohl mal ein wenig über das Buch informieren ;)

    1. Jep, ich kann auch stundenlang vor dem Kochbuchregal in der Buchhandlung stehen und blättern… Manchmal frage ich mich, ob Kochbücher eigentlich auf dem absteigenden Ast sind, weil immer mehr digital läuft. ‚Was soll ich heute kochen? – Ach frag ich mal google‘. Allerdings: Ein mit Liebe gestaltetes, gebundenes Kochbuch in Händen zu halten, wird für mich wohl nie durch einen Blog oder dergleichen ersetzbar sein. Wahrscheinlich schreiben so viele Blogger deswegen eigene Kochbücher. Der Markt reguliert sich wunderbar selbst…- ähm, Gedankenmonolog Ende.
      Wo war ich… ach ja, gutes Buch, in der Tat. :D

  4. Ein tolles Buch und die Bloggerinspiration schlechthin.
    Deine Küchlein sind ein Beweis wie kreativ und köstlich vegetarisches Essen ist!!! :)

    1. … und mit einem kompletten Kapitel über Auberginen! Da kann der Einband sich von mir aus noch so schwammig anfühlen. :)
      Seit ich nur noch vegetarisch koche bin ich noch vieel experimentierfreudiger, es ist erstaunlich.

  5. Hab im Netz nun noch ein wenig gestöbert… und das Buch nun auch bestellt :)

    Hat mich überzeugt! Ich freu mich schon drauf…

    1. Na das hört man gern! Dann freue ich mich bald auf eine Rezension bei myfoodprints.net :)

  6. Ich wollte mich mal an dem Rezept probieren. Klingt total lecker…aber: was ist ein Kartoffeldämpfer? Kann ich die Kartoffeln auch einfach kochen? Und warum müssen sie solange abtropfen?

    1. Huhu, schön dass du Gefallen an dem Rezept findest!
      Mein Kartoffeldämpfer ist ein mittelgroßer schwarzer Emailletopf von meiner Oma, mit einem Dämpfaufsatz drauf (= schlicht ein weiterer Topf, mit Löchern im Boden) und Deckel. So können die Kartoffeln durch aufsteigenden Wasserdampf gar gekocht werden. Normal Kochen funktioniert auch, das Abtropfen sorgt hinterher für eine trockenere, im Endeffekt kompaktere Konsistenz – ich hatte aber auch keine Geduld eine Stunde lang zu warten… :D So werden die Küchlein halt etwas weich, was dem Geschmack aber keinen Abbruch tut!

      Ich hoffe meine Antwort kam noch rechtzeitig! :) Viel Spaß beim Nachbasteln!
      Liebe Grüße
      Verena

    2. Vielen Dank! Ich werds morgen mal probieren…bin gespannt :)

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