Sommer im Glas: Melba-Marmelade

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Melba… Melba… ganz versteckt in meinem Hinterkopf klingelt etwas beim Anblick meiner Ausbeute vom Himbeerfeld. Gab es damals in diesem einen Gardaseeurlaub nicht diesen einen Eisbecher? Vanilleeis mit Pfirsichen und Himbeerpüree? Genau, Pfirsich Melba! Ob man das wohl ins Marmeladenglas transferieren könnte… Kaum zu Ende gedacht, stand ich quasi schon mit einem Kilo Pfirsichen und Gelierzucker an der Kasse.

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Zu Hause musste ich erstmal die Mühle anwerfen, um nach der Herkunft von Pfirsich Melba zu forschen. Gerichte mit Geschichte, darauf stehe ich ja. Es gibt, wie so oft bei historisch angehauchten Köstlichkeiten, einiges an Spekulationen über den genauen Tathergang. Wenigstens ist man sich einig, wer der guten Nellie Melba, ihrerzeit vergötterte Opersängerin, den Himbeer-Pfirsich Eisbecher serviert haben soll: Auguste Escoffier. Extrem lesenswerte Details gibt es z.B. bei Robert von lamiacucina und Petra Foedes Kulinarischer Zeitreise.

Noch interessanter fand ich allerdings Herrn Escoffier selbst. Meine Damen, meine Herren, dieser Kerl war ein echter Könner: Als Kind mit Oma gekocht, ab ins Restaurant mit 13, Chefkoch mit 18. Das erste eigene Restaurant schmeißt er mit 30, mit 44 dann doch lieber die Küche des weltberühmten Hotel Savoy in London. Wo auch immer er in den folgenden Jahren kocht, seine Gourmet-Groupies folgen Escoffier überall hin und sorgen ganz nebenbei für schwindelerregente Erfolge diverser Luxus-Hotelrestaurants {Ritz-Carlton…}, in denen er den Kochlöffel schwingt. Mit 53 schreibt er den ‚Kochkunstführer‘ {Le Guide Culinaire} und revolutioniert mal eben die leicht angestaubte Kochkunst des Abendlandes. Das nenne ich mal ein Lebenswerk. 71 Jahre davon stand er übrigens am Herd.

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Nun hat also Monsieur Escoffier der Madame Melba ein Dessert kredenzt, das ein Jahrhundert später auf der Speisekarte sämtlicher Eisdielen an der Ecke zu finden ist. Leider meist nicht in hochwertigen Ausführung, sondern mit Dosenpfirsich und Fruchtsauce aus der Flasche. Das ist mir aber erstmal schnuppe, denn meine Marmelade ist garantiert mit frischesten Himbeeren und Pfirsichen zubereitet.

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Die Marmelade ist nicht zu süß und seeehr fruchtig, dank des Gelierzuckers 3:1. Die Himbeerkerne habe ich dringelassen und auch von den Pfirsichen sind kleine Stückchen vorhanden. Wer lieber eine komplett samtige Marmelade hat, kann die Früchte vorher pürieren und durch ein Sieb streichen. Das war mir aber vieel zu viel Aufwand. Geschmeckt hat’s wunderbar, vor allem zu Pfannkuchen ist die Melba-Marmelade unschlagbar.

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Die schicken Klebeetiketten, mit meinem Blogtitel drauf, hat mir eine liebe Freundin zum Geburtstag geschenkt. Ich bin hin und weg, was für eine tolle Idee!! Das Streifenkleid sind umgedrehte und mit Küchengummi befestigte Muffins-Papierförmchen. So simpel, so gut .

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Jetzt geht’s los…

Zutaten für 12-14 Gläser {200-250ml Inhalt}

2,2 kg frische Himbeeren | 6 große, reife Pfirsiche {800 g Fruchtfleisch ohne Haut, in Stückchen geschnitten} | 1 kg Gelierzucker 3:1 | Saft 1 Zitrone

Zubereitung

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Kleingeschnittene Pfirsiche, Himbeeren und Zitronensaft mit Gelierzucker in einem passenden Topf {der sollte ca. halb voll sein} mischen, mind. 3-4 h oder über Nacht stehen lassen. Packungsanleitung des Gelierzuckers beachten…

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Topf auf den Herd setzen und unter Rühren aufkochen lassen. Sobald die Marmelade sprudelnd und unter Schaumbildung blubbert, beginnt die Kochzeit von 3-4 Minuten. Zwischenzeitlich die Gläser und Deckel in einem zweiten großen Topf voll kochendem Wasser sterilisieren. Mit einem Holzkochlöffel nach 1-2 min herausholen und auf ein frisches Geschirrtuch stellen.

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Marmelade mit einem Schaumlöffel abschäumen, Schaum in einer Glasschüssel auffangen. Ich persönlich lieeebe ja diesen Marmeladenschaum, der wird dann noch lauwarm auf ein Brot geschmiert und verkostet. Bisher habe ich leider noch niemanden getroffen, der diese Vorliebe teilt. :D

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Gläser bis knapp unter den Rand mit heißer Marmelade füllen, Deckel auflegen. Ich mache immer erst alle voll, bevor ich die Deckel richtig fest zudrehe. Für ein paar Minuten auf dem Kopf stehen lassen, dann wieder umdrehen und auf das verheißungsvolle ‚plopp‘ der Vakumierung beim Abkühlen warten…

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Die Experten unter euch sehe ich schon die Stirn runzeln. Wie jetzt, Melba-Marmelade ohne Vanille?! Ehrlicherweise muss ich zugeben, die Vanille ist im Eifer des Gefechts irgendwie unter gegangen. Vielleicht beim nächsten Mal. Es schmeckt jedenfalls auch so vorzüglich. :D

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5 Kommentare

  1. Verflixt!! Warum habe ich bloss alle Himbeeren im Garten schon weggefuttert?? ;) du hast ja gleich ’ne ordentliche Ladung gepflückt! Klingt nach einer herrlich leckeren Marmelade (die Kombi stammt ja schliesslich auch von einem wahren Küchenhelden unserer Zeit!).

    Ich mag das Bild mit dem gut beladenen Marmeladenbrot! Herrlich :D da würde ich jetzt gleich sofort am liebsten reinbeissen!! Wieviele Gläser sind denn übrig? ;)

    1. Hehe ich habe in der Tat ziemlich lange gepflückt und hatte zudem ein bisschen Hilfe von meiner Schwester… :) Marmelade geht weg wie warme Semmeln – auf warmen Semmeln, äh Verzeihung, Brötchen. :D Na jedenfalls sind die Gläser schon stark dezimiert (und verschenkt) worden…

      Liebste Grüße, das Wochenende naht mit großen Schritten! :)

  2. Sehr lecker und ich hätte sie auch zu Pfannkuchen gegessen! Aber ich würde die Himbeeren wahrscheinlich wie Marco einfach alle schon vorher wegfuttern!

    1. Liebe Toni, danke Dir! Du willst nicht wissen, wie viele Beeren in meinem Mund gelandet sind, bevor sie im Korb gelandet sind, harhar. :)
      Einen tollen Blog hast du da übrigens, bin begeistert und finde mich in deinen Ausführungen wieder… Krümel im Bett… grrrr. :D

  3. Das ist schön:) jaja, die Krümel:) und danke für das Kompliment! Kann ich aber ruhigen Gewissens zurückgeben:)

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