Zuckerfreie Fastenzeit

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Schönen Montagabend ihr Lieben! Habt ihr die Zeitumstellung gut hinter euch gebracht? Für die geklaute Stunde hat uns das fantastische Wetter ordentlich entschädigt, finde ich. Und wo könnte man das besser genießen, als draußen in der Natur! Ich war natürlich am Fels unterwegs und da geht ja bekanntlich nix – ihr ahnt es bereits – ohne angemessene Brotzeit.

Wie bereits angedeutet, verfolge ich mein Projekt ‚zuckerfreie Fastenzeit‘ immer noch sehr ehrgeizig und – was ich nie für möglich gehalten hätte – auch sehr erfolgreich. Die Spielregeln habe ich mir am Aschermittwoch, zu Beginn der 40-tätigen Fastenzeit vor Ostern, ausgedacht. Kein weißer Haushaltszucker, kein brauner Rohrzucker, kein Honig, kein Ahornsirup, kein Agavendicksaft, kein künstlicher Süßstoff. Auch nicht in Getränken. Nicht mal Ketchup. Ausnahme: Obst und frische, ungesüßte Obstsäfte. Ich bin ja nicht lebensmüde.

Die Idee zu dieser etwas verrückt klingenden Herausforderung kam mir total spontan, motiviert durch die viele anderen Blogbeiträge zum Thema Fasten Anfang März. Auch Katharina kocht größtenteils zuckerfrei – und das seit 2012! Höchst inspirierend, wie ich finde. Zucker ist so allgegenwärtig und von der Industrie in einfach alles gepanscht, dass ein Verzicht nicht nur die Sinne, sondern auch die Konsumgewohnheiten schärft. Der Gesundheit tut’s allemal gut, also los: Challenge accepted!

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Etwas antizyklisch melde ich mich also jetzt nach vier zuckerfreien Wochen zu Wort. Es ist zur Abwechslung ganz nett, nicht nur gute Vorsätze zu haben, sondern gleich einen Halbzeitbericht abzuliefern. Nimmt den Druck aus der Sache. Und was soll ich sagen: Es geht mir blendend! Keine Heißhungerattacken zwischen den Mahlzeiten, keine befüchtete Schokoladen-Sehnsucht und nicht mal Kuchen in direkter, olfaktorischer {diesen Begriff will ich schon benutzen, seit ich zum ersten Mal ‚Das Parfum‘ von Süßkind gelesen habe, aber ich schweife schon wieder ab} Umgebung tangiert mich besonders. Ich bilde mir sogar ein, dass die Laune weniger schwankt. Bevor allerdings erste Stimmen laut werden {die lügt doch!!!}, kann ich beruhigend sagen: Die allererste Fastenwoche war schon fies. Mein Körper musste sich wohl erst daran gewöhnen, den schnellen Einfachzucker wie früher umständlich aus langkettigen Kohlehydraten zu generieren und nicht, wie gewohnt, aus Marmelade zum Frühstück, dem Stückchen Kuchen zum Kaffee oder Riegelchen Schokolade zwischendurch. Armes, unterversorgtes Hirn – arme Mitmenschen.

Zum Glück gibt’s für diese Phasen des Unterzuckers fastenkonforme Erste Hilfe in Form von Bananen, getrockneten Datteln oder improvisiertem zuckerfreien Gebäck. Damit wären wir wieder bei der Brotzeit angelangt, ich möchte euch nicht weiter auf die Folter spannen. So sah unser Kletterpicknick am Wochenende aus – stilecht serviert auf dem Seilsack und absolut köstlich!

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Der Apfelkuchen mit Streuseln war leider für mich tabu, meine selbst kreierten, zuckerfreien Mandelmuffins hielten aber tapfer dagegen. Im Rezept verwende ich Fruchtpüree und Reissirup, eine fructose- und glutenfreie Süßungsalternative. Hergestellt tatsächlich nur aus Reis, fand ich es in der geringen Menge vertretbar.

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Falls ihr akuten Apfelmusüberschuss aus dem letzten Herbst loswerden wollt oder die Bananen wieder schneller braun waren, als ihr sie essen konntet: Perfekt! Klar sind die Mandelmuffins nicht so pappig wie gekaufte Cupcakes, aber für jemaden, der seit vier Woche keinen Zucker an seinen Gaumen gelassen hat, schmecken sie wunderbar kernig und süß. Die ganzen Mandeln im Teig knacken schön und machen satt & glücklich. Nicht nur für Kletterer geeignet.

Mein Fruchtpüree bestand aus Apfel, Banane und Ananas. Der Fantasie sind theoretisch keine Grenzen gesetzt, nur die Banane ist ein Muss. Die klebt den Teig so schön zusammen, weshalb auch kein Ei nötig ist. Süßes Obst sollte es in Anbetracht des Geschmacks allerdings schon sein. Mit Blau- oder Heidelbeeren könnte man vermutlich eine interessante Färbung erzielen. Wichtig ist, dass das Fruchtmus einigermaßen flüssig ist, trinkbare Smoothie-Konsistenz ist optimal. Im Zweifel einfach mal einen Strohhalm reinhalten und anziehen.

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Zuckerfreie Mandelmuffins mit Fruchtpüree

Zutaten für 12 Stück

250g Mehl Typ 550 | 50g Dinkelflocken {kleinblatt} | 80g Butter {geschmolzen, für eine vegane Variante: Alsan} | 300ml Fruchtpüree {z.B. Apfel-Banane} | 50g Reissirup {für die ganz Harten stattdessen 50ml mehr Fruchtpüree} | 1 gehäufter TL Zimt | 1 gestrichener TL Backnatron | 1½ TL Backpulver | 1 Prise Salz | ganze Mandeln nach Belieben {bei mir: 1 große handvoll}

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Zubereitung

Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Muffinblech mit Papierförmchen ausstatten. Trockene Zutaten in einer Schüssel mischen. Restliche Zutaten mit dem Handrührer in einer zweiten Schüssel verrühren. Mehlmischung dazufügen und kurz unterrühren, bis alle trockenen Zutaten feucht sind. Mandeln untermischen. Auf die vorbereiteten Förmchen verteilen und 20-25 min backen. Nach dem Backen 5 min in der Form auskühlen lassen, dann auf ein Kuchengitter stürzen.

Noch warm essen oder am nächsten Morgen kurz in den Ofen packen. Dazu schmeckt: Butter. Oh ja.

Der nächste Klettertag kann kommen!

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14 Kommentare

  1. Fabian · · Antwort

    Vielen Dank für deinen Post.
    Nur um ein bisschen rumzustänkern: Ja, Reissirup stammt “nur aus Reis” und Haushaltszucker stammt “nur aus Rüben”. So gesehen ist das Argument ein bisschen schwach. Aber das bloß von einem notorischen Klugscheißer.
    Dein Post hat mir wie immer sehr gut gefallen :-)
    Liebe Grüße,
    Fabian

    1. … Erwischt! Da hast Du natürlich vollkommen recht! Allerdings ist Reissirup viel weniger süß als etwa Honig, die Glucose ist niedriger konzentriert… deshalb gingen drei Esslöffel verteilt auf 12 Muffins irgendwie durch. :)

  2. Mmmmmh! Ich hab’s dieses Jahr nicht mal ohne Süßigkeiten geschafft… Da hab ich doch letztens beim Kindergeburtstag ganz gedankenverloren in die Gummibärchenschale gegriffen, ganze zwei mal… Dann erst ist mir eingefallen dass ich ja keine Süßigkeiten essen wollte :) toll, dass es bei dir so gut klappt mit dem Zuckerfasten! Und klettern ohne eine ordentliche Brotzeit geht halt mal absolut gaaar nicht. Wo seid ihr seid ihr denn den Fels hoch?
    Lieber Gruß,
    Die Katja

    1. Liebe Katja! Da ist man einmal kurz abgelenkt und zack! ist’s passiert… Einmal ist keinmal! ;)
      Wir waren in Lenggries-Hohenburg, gleich hinter der Mädchenschule. Wo gehst Du eigentlich am liebsten Bouldern? Wollte schon ewig auch mal das Crashpad mitnehmen.

      Liebe Grüße und einen schönen Dienstag!

  3. Deine zuckerfreien Muffins sehen super lecker UND gesund aus. Da jetzt ein bißchen Nutella drauf, perfekt ;-)

    ich stelle mir vor, dass man auch mit den Datteln genug süßen kann. Da ein paar schöne Süße püriert und es müßte „zuckersüß“ schmecken, mindestens für den Fastenzeit-entwöhnten Gaumen, wenn nicht sogar auch für die anderen. da ich derzeit bis auf seltene Ausnahmen Zucker-, Ersatz-Süßungs- und Obst-frei) esse, merke ich schon bei einer Möhre oder Paprika wie süß sie sind.. interessant, wie schnell man sich entwöhnt.

    1. Mensch, Du hast mal wieder die Knalleridee schlechthin. Datteln mitpürieren! Da hätte ich wirklich selbst draufkommen können. *seuft* Da schreibt man noch so überzeugt von den kleinen Dingern als Erste-Unterzucker-Hilfe und verpasst das Wesentliche: Datteln sind wahre Süßbomben. Danke jedenfalls und Dir noch eine gute Zeit ohne große Versuchungen… :)

  4. Ja, eine solche zuckerfreie Fastenzeit scheint Wunder zu wirken! Ein Kumpel von mir zieht das gerade durch und kann tatsächlich schon den Gürtel ein Loch enger schnallen!

    Wenn ich mir das randvolle Glas Sirup, welches gerade neben mir steht so anschaue, kriege ich schon (fast) ein schlechtes Gewissen! Die Muffins sehen wunderbar aus… normalerweise bin ich da ja eher kritisch. Ich meine, hey, es sind Muffins, da gehört doch Zucker rein :) Aber die Variante mit dem Fruchtpürre (und insbesondere die Beeren-Alternative) hört sich akzeptabel an ;)

    Toll geschrieben übrigens! Ich freu mich richtig, hier wieder regelmässig zu lesen :)

    1. Lieber Marco, danke für die netten Worte! Schöne Grüße auch an Deinen fastenden Kumpel. Die letzten Wochen gehen auch noch rum! ;) Gewichtsverlust ist durchaus ein schöner Nebeneffekt, aber nicht der Hauptgrund für mein Fastenprojekt…
      Dein Sirup schaut fantastisch aus, möchte ich glatt nachmachen für kommende Balkonsessions im Frühsommer! Hoffe ich kann hier wieder wöchentlich was starten, hab es mir zumindest fest vorgenommen. Bis nächsten Montag also! :)

  5. Zuckerfreies Gebäck finde ich super, werde ich auf jeden Fall an einem der nächsten Wochenenden mal ausprobieren! Aber wo kann man denn Reissirup kaufen, habe ich noch nie gesehen, bzw. bisher noch nie von gehört.

    1. Lieber Tom! Freut mich, dass ich Dich für die zuckerfreien Muffins begeistern konnte! Reissirup kenne ich auch noch nicht lange, habe ihn letztens im Biosupermarkt entdeckt. Bin erst ein paar mal drum herum geschlichen und hab ihn dann doch gekauft. VollCorner in München hat Reissirup z.B. im Sortiment. Ansonsten bestimmt jedes Reformhaus oder Naturkostladen. Und wenn gar nichts in der Nähe ist – online bestellen.
      Viel Spaß beim Ausprobieren! Schreib mir doch, ob es geklappt hat. :)

  6. sehen super lecker aus und werden demnächst nachgebacken, schwester-♥! ;)

    1. Wohoo! Erwarte einen Bericht inkl. Fotos, weißte Bescheid Schätzelein!! <3

  7. Heute nachgebacken! Saugut die Teile. Auf Reissirup habe ich verzichtet weil war zu faul danach zu suchen. Schön fruchtig und fluffig, hab das Rezept gleich abgeheftet. Dann auch mal danke für das Rezept!

    1. Wunderbar! Schön, dass sie Dir schmecken, ich hatte ja schon echt Angst, dass sie für die Allgemeinheit vieeel zu wenig süß sind… :)

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