Apfel-Zimt Hefeschnecken

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Da schreibe ich euch noch, wie gut das Fasten klappt und BÄM, schon platzt die zuckerfreie Seifenblase. Am Wochenende durfte ich an einem piekfeinen Dinner teilnehmen und was soll ich sagen: Die Nachspeise hat mich hinterrücks niedergestreckt. Serviert wurde eine Dessertschale voll herrlicher Crème brûlée, getoppt mit grasgrünem Minzsorbet im knackigen Karamellschälchen. Noch Fragen?!

Auf diesen Ausrutscher bin ich echt nicht stolz, aber die feierliche Atmosphäre der abendlichen Veranstaltung hat meine Disziplin wohl komplett aufgeweicht. Wann is(s)t frau schon mal an einer festlich dekorierten Tafel inmitten von raumhohen Bücherwänden? Bei Kerzenlicht? Eben.

Die Nachwirkungen dieses gelungenen Abends spürte ich ausnahmsweise nicht im Kopf, sondern in Form eines  schlechten Gewissens. Gewissens-Kater sozusagen. Als Gegenmaßnahme mussten gleich am nächsten Tag zuckerfreie Hefeschnecken gebacken werden. Mit Apfelschnitzen und ganz viel Zimt. Süßschnäbel nehmen einfach die in Klammern gesetze Zuckermenge oder überziehen die Schneckchen mit einem hübschen Guss aus Puderzucker und Zitronensaft. Allen anderen lege ich die zuckerfreie Variante ans Herz, ein bisschen Abwechslung am Frühstückstisch schadet nie – süßen Aufstrich kann man immer noch draufschmieren. :)

Ungeduldig wie ich bin, konnte ich das Tageslicht nicht abwarten und musste die Dinger SOFORT unter dem künstlichen Schein der Küchenlampe ablichten. Ergebnis: Unbefriedigende Fotos und extrem befriedigende, ofenwarme Schnecken.  Mjam.

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Wie? Mit Hefeteig steht ihr auf Kriegsfuß? Dauert zu lange? Wird nicht fluffig genug? Schmeckt nicht wie bei Oma? Ich verrate euch was: Hefeteig ist sowas von idiotensicher, wenn man nur zwei einfache Dinge beachtet:

#1: Hefe mag beim Zubereiten nicht über 40°C erhitzt werden. Ihr steigt ja auch nicht in die Badewanne, wenn es der großen Zehe noch zu heiß ist.

#2: Hefeteig braucht seinen Schönheitsschlaf zum Aufgehen und mag dabei keine Zugluft. Also immer schön das Geschirrtuch auf der Teigschüssel lassen oder gleich luftdicht verpackt im Kühlschrank lagern. Mitten in der Nacht die Bettdecke weggezogen zu bekommen, das geht halt gar nicht. ;)

Blutige Anfänger oder hartnäckige Skeptiker erhalten geballtes Hefeteig-Know-How auf Valentinas Kochbuch! Wer danach immer noch keine Lust hat, mit Hefeteig zu backen, dem ist nicht zu helfen.

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Zutaten für 20 dicke Schnecken

500g Weizenmehl 405 | ½ Würfel frische Hefe | 250ml Vollmilch | 50g Zucker {optional} | 1 Prise Salz | 80g Butter {zimmerwarm} | 1 Bio-Ei {zimmerwarm} | 4 kleine Äpfel | 1 Zitrone | 2 TL Zimt | 1 Bio-Ei, verquirlt {zum Bestreichen}

Zubereitung

Mehl in eine große Schüssel sieben. Milch {ggf. mit Zucker} in einem kleinen Topf handwarm erwärmen, wenn es dampft, ist es schon viel zu warm! Die Hefe fühlt sich bei 25°C am wohlsten. Topf vom Herd nehmen, Hefe hineinbröckeln, mit dem Schneebesen rühren, bis sie sich aufgelöst hat. Zimmerwarme Butter und Ei dazuquirlen und die Mischung in einem Schwung zum Mehl geben. Salzen und von Hand mind. 10 min feste kneten. Teigkugel 1½ Stunden zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.

In der Zwischenzeit die Äpfel präpapieren: Schälen, entkernen und in sehr dünne Spalten schneiden. Die Zitrone auspressen, Saft mit den Apfelstücken in einer Schüssel mischen, damit sie nicht braun werden.

Zurück zum Teig: Das Volumen sollte sich nach der Gehzeit merklich vergrößert haben. Nochmal kurz auf der bemehlten Arbeitsfläche durchkneten. Rechteckig auf knappe Backblechgröße ausrollen, bzw. 5mm dick. Backblech mit Backpapier auslegen und Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Zimt mit dem Löffel auf der Teigplatte verteilen und gleichmäßig mit den Apfelspalten belegen. Wichtig: Spalten längs zur langen Seite anordnen, dann gibt’s keine Probleme beim Aufrollen {sh. Fotos!}. Vorsichtig von der Längsseite her aufrollen, einen 5cm breiten Streifen übrig lassen, diesen mit Eigelb bestreichen und fertig aufrollen. Etwas andrücken, damit die frisch verklebte „Naht“ später beim Backen nicht aufgeht. Mit einem sehr scharfen Messer in 20 Scheiben {jeweils ca. 3cm dick} schneiden und auf das Blech setzten. Mit Eigelb bepinseln. 20min backen oder bis die Schneckchen hübsch goldbraun sind.

Erfahrungsgemäß passen nicht alle auf einmal auf ein Blech. Die restlichen in einem zweiten Schwung backen oder hübsch nebeneinander in eine gebutterte Auflaufform setzen und als Pull-apart-bread servieren… :)

6 Kommentare

  1. Oha, da hat Frölein ja ordentlich Zimt auf den Teig gepackt! :) Just the way I like! Schön, hier wieder so regelmässig von dir zu lesen, gefällt mir ebenfalls ;)

    So rein backtechnisch stecken meine Erfahrungen (und leider auch die Motivation) ja noch ziemlich in den Kinderschuhen, aber wer weiss, vielleicht ändert sich das demnächst bald mal. So oder so: für mich käme nur die gezuckerte Variante in Fragen :) Wenn schon, denn schon!!

  2. Ha! so unterschiedlich können Meinungen sein. Normalerweise bin ich ja auch für „also wenn schon Kuchen, dann keine halben Sachen“ – und packe da Zucker, Butter, Schokolade usw rein. Aber meine letzte Hefeschnecke war soooooo süß (ersetze in Deinem tollen Rezept einfach Äpfel durch Persipan und nehme Zucker PLUS Zuckerguß), dass mich so eine no-sugar-Variante doch reizt.

    und wenn Du nicht spätestestens beim Karamell-Schälchen schwach geworden wärst, dann hätte ich die Welt nicht mehr verstanden. Solche Zucker-Ausrutscher sind quasi übermächtig, wer soll sich denn gegen sowas wehren ;-)

  3. Ach ihr zwei Schätzchen! Ihr schafft es doch immer, mich zum Grinsen zu bringen! Mit Zimt habe ich in der Tat nicht gespart, konnte mich gerade noch davon abhalten, die Teigplatte auch noch mit Butterflöckchen zu tapezieren. Ein bisschen auf die Bikinifigur muss man dann doch achten. Der Sommer droht. ;) Ok, kleiner Spaß, Butter war alle. Rosinen auch. Denn ein paar – womöglich auch noch in Rum – eingeweichte Rosinen hätten meine Schnecken nochmal ziemlich gepimpt glaube ich…
    Einen wunderschönen Abend euch beiden!

  4. das mit der Butter ist fast ein Drama, da würde ich ja noch zustimmen. aber darum, dass es keine Rosinen in Deine Hefeschneckchen geschafft haben, darum bin ich ganz froh. wer hätte die denn alle wieder raus pulen sollen? ;-)

  5. Ui, die sehen aber besonders saftig aus mit den Äpfeln drin… Schönes Rezept! :)
    LG
    Ela

    1. Vielen Dank! Jaa, die Äpfel geben den Kick, ansonsten wäre es ohne Zucker schon ganz schön fad…

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