Unterwegs in: Südfrankreich

Sonne und Lavendel, Brombeeren und Kletterfelsen.

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Die Reise geht weiter! Nächster Halt: Les Rhône-Alpes. Genauer gesagt die 200-Seelen Gemeinde Gigors-et-Lozeron, ein wunderschönes Fleckchen Erde im Départment Drôme. Zu verdanken habe ich diese Entdeckung einer wahren Schatztruhe an Kletterfelsen und Natur einer großartigen Blogger-Kollegin. Und einem Glas voll Müsli.

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Was jetzt kommt, steht beispielhaft für die schönen Begegnungen, die das grandiose Foodblogger-Netzwerk hervorbringen kann. Alles begann mit einer Portion eingeweichten Haferflocken… Kein Scherz! Im Mai 2013 hinterließ mir die liebe Micha einen einladenden Kommentar zum Power-Klettermüsli mit dem Hinweis, dass es sich bei ihr in Frankreich ganz hervorragend klettern {und wohnen!} ließe. Nach einer Runde Recherche machte ich Nägel mit Köpfen und buchte ein Apartment – schon stand der Plan für eine Kletterreise im Herbst.

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Falls jemand Michas wunderbaren Blog grain de sel – salzkorn wirklich noch nicht kennen sollte: Sie fängt nicht nur das südfranzösische savoir-vivre wunderbar in ihren Rezepten und Bildern ein, sondern liefert auch noch das passende Feriendomizil für Naturverliebte. Ich rühre an dieser Stelle ordentlich die Werbetrommel! Wer abseits der Alltagshektik entspannt Urlaub machen will, ist bei Sonne und Lavendel bestens aufgehoben. Die Woche dort war unvergesslich und ich hoffe, schon bald wieder kommen zu dürfen.

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Die Schluchten vom Omblèze mit ihren verwunschenen Grotten und Wasserfällen befinden sich ganz in der Nähe, ein Geheimtipp für Freunde des Felsens. Ahaa! Daher weht der Wind also schon wieder! Ganz recht, natürlich wurden ausgiebig Routen an der vertikalen Wand gezogen. Besonders angetan haben es uns die Sektoren rund um die Moulin de la Pipe, einer Auberge, die für sich schon einen Besuch wert ist. Ansonsten erwartet den geneigten Sportkletterer feinster überhängender Kalk mit Löchern, so groß wie Untertassen. Spektakulär. An dieser Stelle nochmal ein riesen Dankeschön an Micha, die uns professionell abgelichtet hat. Es hat so viel Spaß gemacht!

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Was wir außerdem von Micha gelernt haben: Die Fränzis lieben ihr Mittagessen im Freien! Gesagt – getan: Faisons un pique-nique! Der kleine Bläuling war ziemlich sicher genauso begeistert von Michas Picknickkorb wie wir… er wollte gar nicht mehr wegfliegen.

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Jeden Abend wurde der Akku mit einem selbst gekochten Menü aufgefüllt. In der kleinen Apartment-Küche – natürlich perfekt ausgestattet – machten wir uns über die Ausbeute vom Marktbesuch her, der für sich einen ellenlangen Bericht verdient hätte, siehe hier.

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Ein schnelles und vor allem stressfreies Gericht sind zum Beispiel Ofenkarotten und -Kartoffeln mit Tomatenreis. Dazu einfach ein Pfund Karotten vom Bauernmarkt waschen, bürsten und halbieren. Mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Chiliflocken würzen und für eine gute halbe Stunde in den bei 200°C vorgeheizten Ofen schieben. Der Reis ist mit angeschwitzten Zwiebeln, Knoblauch und Tomatenmark gewürzt, der Phantasie sind aber natürlich keine Grenzen gesetzt. Dazu schmeckt frischer grüner Blattsalat mit Tomaten, in unserem Fall komplett aus Michas eigenem Anbau. Köstlich!

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Dessert gefällig? Die süßesten Feigen, die ich je gegessen habe, wachsen ebenfalls direkt in Michas Garten und eines Abends begrüßte uns ein bunter Teller auf der Türschwelle. Betüttelung deluxe! Besonders hervorzuheben wäre da ein gewisser Apfel-Mohn-Kuchen mit Buttermilch. Der hat eingeschlagen wie eine Bombe! Keine Chance, bei nur einem Stück zu bleiben. Bauchreibend und rundum glücklich musste ich natürlich das Rezept einfordern. Der saftigste Kuchen aller Zeiten zieht in meinem Umfeld seitdem kilometerweite Kreise.

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Empfehlenswert und romantisch ist auch ein Spaziergang durch Crest mit Besichtigung von la tour de Crest, der Burgruine, die früher ein Gefängnis war, bevor sie ein Museum wurde. Ihr erhaltener Turm ist mit 52 Metern Höhe wahrscheinlich der höchste in Frankreich und steht unter Denkmalschutz. Aber ich schweife schon wieder ab.

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Die allerschönste Erinnerung habe ich an ein morgendliches Erwachen. Noch total schläfrig drehe ich den Kopf Richtung Fenster und blinzle einem atemberaubenden Panorama entgegen. Die ersten Sonnenstrahlen glühen über den Horizont hinweg und tauchen den Himmel über der hügeligen Landschaft in ein tiefes Orangerot. Als sich die Schockstarre – soviel Schönheit! – langsam löst, renne ich in schlabbrigen Schlafshorts, bewaffnet mit der Kamera, hinaus, um die Lichtstimmung zu konservieren. Leider mit mäßigem Erfolg. In meinen Kopf ist es dafür längst eingebrannt.

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Die Zähne des Trois Becs – mit Schulfranzösisch ins Deutsche übersetzt ungefähr: Die drei Schnäbel, was ich wunderbar bildhaft finde – sind stets auf jedem Panorama präsent. Wilde Geschichten ranken sich um dieses Bergmassiv, doch sollten alle Jugendlichen aus der Region zumindest einmal dort oben eine Nacht campiert haben. Habe ich das richtig in Erinnerung, liebe Micha?

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Für alle, die sich ein wenig Südfrankreich nach Hause auf den Balkon holen möchten, empfehle ich als passende Lektüre die Gebrauchsanweisung für Südfrankreich. Dieses Buch ist herrlich und voller Situationskomik! Habe mich bei Birgit Vanderbekes irrwitzigen Ausführungen regelmäßig weggeschmissen, vor allem, weil ich sie meist 1:1 so erlebt habe während des Urlaubs.

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Dieser Bericht war schon längst fällig, aber wie das manchmal so ist: Mir kam kurz mein Leben dazwischen. Micha, danke für alles und grüß mir Deinen Habib! Jeder Blogpost auf grain de sel versetzt mich in Gedanken zurück an diesen fantastischen Ort, den Du Dein Zuhause nennen darfst. Bevor ich mich aber in endlosen Lobeshymnen verliere, mache ich mal ’nen Punkt. Voilà des images.

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[edit 18.04.14: Gerade erst gemerkt… Das war Beitrag #100! Wäre heute nicht Karfreitag, ich würde schonmal den Prosecco kalt stellen. Wer hätte gedacht dass ich – und ihr, meine lieben LeserInnen – so lange durchhalten würdet… *jubel* Leider habe ich gerade keinen so tollen Kuchen parat wie der andere Hundertsassa Marco…]

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12 Kommentare

  1. Ein wunderbarer Bericht und mit wunderbaren Fotos und ein noch wunderbarerer Einblick in Michas wunderbare Heimat! Hach, du merkst – ich bin totaaaal begeistert!

    1. Da kann ich Dir nur zustimmen… es ist rundum wunderbar chez Micha. :)

  2. Wie schön, das hört sich nach einem Urlaub ganz nach meinem Geschmack an, herrlich!
    Nur wird mir schon beim anschauen deiner Kletterfotos ganz schwindlig, wahnsinn!!!

    1. Danke Verena! Jaa, schwindelfrei sollte man schon sein. Alles aber halb so wild, ich hänge immer gut gesichert am Seil… :)

  3. Das sind ja traumhafte Bilder. Sporturlaub (auch wenn bei mir eher Laufen, Wandern und Radeln als Klettern – das sieht ja schon sehr abenteuerlich aus auf deinen Bildern) in Südfrankreich in der Kulisse kann ich mir auch sehr gut vorstellen und das merke ich mir wirklich. Danke für den tollen Bericht.
    Gruss,
    Sarah

    1. Hallo Sarah, habe mich auf Deinem Blog umgesehen, gefällt mir sehr! In der Drôme findest du endlose Kilometer idyllischer Wege, ob Wandern, Laufen, Radeln… ich kann es nur empfehlen. An kletterfreien Tagen haben wir die Umgebung auch mal zu Fuß erkundet, die Ruine auf dem Fotos und das Titelbild habe ich z.B. auf Michas „Hausberg“ geknipst. :)

  4. Du kletterst ja recht steil, da käme ich nicht rauf, auch wenn es Briefkästen hat, aber eben auch nicht überall, und die Kraft fehlte mir heute auch. Ein schöner Bericht. Schöne Bilder.

    1. „Briefkästen“… das ist ja eine nette Umschreibung. Danke für die Blumen! :)

  5. Gesichert oder nicht, mir wird schon vom Bilder anschauen schwindlig. Aber alle andern Bilder und der Bericht sind ein Genuss. Danke.
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    1. Hallo Andy, schön dass ich Dir ein paar visuelle Genussmomente liefern konnte… Ziel erreicht. Und jetzt komme ich bei Dir lesen, noch ein Zürcher Zeitgenosse wie ich sehe. Mit denen habe ich ja gute Erfahrungen… *Zwinker Richtung Marco* ;) Liebe Grüße aus dem „Norden“

  6. Verena, meine Kletterbraut – 100 Blogartikel auf dem Bucker & dennoch kein Stück gealtert! Herzlichen Glüüückwunsch ♥♥♥ Verzeih mir, dass ich mich erst jetzt bei dir zurück melde – man könnte meinen, dass ich verreist war und nicht du, so viel hast du schon wieder gebloggt :)
    Südfrankreich scheint ja wirklich ein echtes Traumland zu sein, das höre ich in letzter Zeit echt oft. klettern, surfen, sonne pur – es scheint als sollte ich meine Abneigung gegen Frankreich noch mal überdenken :) Obwohl ich dort wahrscheinlich verhungern würde :)
    Nevermind. Ich freu mich dafür wie ein Fuchs, dass du wieder in schriftlicher Form da bist und ich dich weiter stalken kann. Hihi.
    Süße Grüße & ‘n zauberhaftes Wochenende
    Juli

    1. Ohh wie ich mich über Deine Worte freue! :)) Ich kann Südfrankreich wärmstens empfehlen – aber stell Dir vor, ich war auch zum ersten mal dort und wusste nicht so recht, was mich erwartet. Das Land hat mich dann aber voll umgehauen! Kommt aber bestimmt auch auf die Umgebung und die Menschen an, beides passte bei mir perfekt. ;) Ich komme bald bei Dir zurückstalken, wart’s nur ab! Das verlängerte Wochenende steht nämlich ins Haus, hehe.

      Bis dahin wünsche ich Dir einen wunderbaren Abend, bzw. Nacht. Wir lesen uns!! Fühl Dich gedrückt! <3

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