Salat-Experiment: Karotte, Kokos, Rosine

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Gähnende Leere im Kühlschrank, Blick ins Gemüsefach, da liegt ein Pfund Karotten. In solchen Situationen gähne ich entweder a) zurück, oder mache b) den Karottensalat von Micha. Leider war kein Sesam im Haus, also habe ich mich von meinen geliebten Kokosflocken inspirieren lassen. Wem beim Gedanken an Rosinen im Salat der Atem stockt, tja…

Karotten, Kokosraspeln, Rosinen – is‘ die bekloppt? Oder schwanger?! Nee keine Sorge, lediglich experimentierfreudig. Nach den leicht weihnachtlich angehauchten CaPeOKa-Cookies jetzt also ‚antizyklischer‘ Salat. Wie sagte mein Schwesterherz, als ich ihr von den Zutaten berichtete:

„Ah, Du backst nen Kuchen?“ – Äh ja, fast.

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Ich kann mir diesen Salat sehr gut als exotische Beilage zum Grillen vorstellen, sowie zu Couscous, Bulgur, Quinoa und Co. Oder einfach pur. Die Zutatenliste liest sich etwas ausgefallen, das liegt daran, dass ich die Sachen zufällig gerade da hatte. Bitte nicht extra Mohnöl oder Lemon-Balsam kaufen – es geht auch mit Zitronensaft und ganz ohne Mohn. Hauptsache, die Balance von süß, sauer und salzig stimmt und keine der Komponenten schmeckt zu sehr vor. Dann runden nämlich die süßen Rosinen und Kokosraspeln alles perfekt ab. Ich bin mir außerdem noch nicht sicher, ob’s den Senf gebraucht hätte [Siehe Kommentarbox]. Die nächste Version teste ich nur mit Cashewmus und Honig.

Wer keine Weinbärla (es lebe die Mundart) mag, einfach weglassen. Warum Rosinen auch Sultaninen, Korinthen und Zibeben (*wink nach Österreich*) heißen, habe ich mich beim Verfassen dieses Beitrags gefragt. Kurz Google angeworfen und es war natürlich denkbar einfach: Je nach Rebsorte und Herkunft tragen folgende Arten von Rosinen einen eigenen Namen:

  • Sultaninen werden aus der Sultana-Traube (Thompson Seedless) gewonnen, die weiß, dünnhäutig, besonders süß und kernlos ist. Sultaninen haben eine helle goldgelbe Farbe.
  • Korinthen werden aus der Rebsorte Korinthiaki („Schwarze Korinthe“) gewonnen. Sie sind ebenfalls kernlos, schwarzbraun bis schwarzblau, kleinbeerig und im Geschmack kräftiger. Die Korinthe wurde nach der griechischen Stadt Korinth benannt, analog zu Französisch: raisin de Corinthe.
  • Zibeben (arabisch zabiba, sizilianisch zibibba) sind Trockenbeeren am Rebstock. In trockenen Erntejahren werden sie zu einer Trockenbeerenauslese verarbeitet. Ein typischer Vertreter dieses Herstellungsverfahrens ist der ungarische Wein „Tokajer Aszú“ (habe ich gerne während meines Budapest-Semesterszum Dessert getrunken, sehr süß und lecker), bei dem vor der Vergärung immer eine bestimmte Menge Zibeben dem frischen Most zugesetzt wird.
    (Quelle: Wikipedia)

Was denkt ihr, ist die Kombi zu abgefahren? Mir hat’s geschmeckt. :)

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Zutaten für 2-4 neugierige Personen

400-500 g Karotten | 2 EL Kokosflocken oder Kokoschips | 1-2 handvoll Rosinen, je nach Geschmack

Dressing: 2 TL flüssiger Honig | 2 TL Cashewmus | (2 TL mittelscharfer Senf -> nur für Verrückte wie mich) | 1-2 EL Zitronenessig {z.B. Lemon-Balsam von byodo} | 2 EL Distelöl | 1 EL Mohnöl | Salz + Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung

Karotten knapp mit Wasser bedeckt köcheln lassen, bis sie weich, aber noch bissfest sind. Das dauert ca. 20-25 min. Abgießen, kurz auskühlen lassen, noch warm mit dem Messer schälen. In Scheiben schneiden und in eine Salatschüssel geben. Für das Dressing alle Zutaten zusammenrühren und mit Kokosraspeln und Rosinen unter die Karotten heben. Im besten Fall über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

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8 Kommentare

  1. Mmmh, dem kleinen Mann schmeckt das bestimmt… Natürlich wegen der Weinbeerle :) … „Weibei“ heißen die bei ihm, und werden jeden Morgen aus dem Müsli geklaubt :D

    1. Weibei, wie süß. Der kleine Mann weiß halt, was gut ist. :) Liebe Grüße!

  2. Stell ich mir sehr schmackhaft vor, aber den Senf würde ich auf alle Fälle weglassen. In der afghanischen Küche gibt es einen ähnlichen Salat aus Karotten, getrockneten Aprikosen und Honig. Frage mich aber gerade, ob der als Beilage oder als Dessert serviert wurde. *grübel*

    1. Jaa… was mich da geritten hat, weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich wollte ich das Ganze nicht zu sehr in die Süß-Richtung rutschen lassen und habe unterbewusst mein Standard-Honig-Senf-Dressing als Grundlage genommen… Aber jetzt wo Du’s sagst, als Dessert würde das wahrscheinlich auch ziemlich gut funktionieren.

  3. Für solche Salatexperimente bin ich immer zu haben (auch wenn’s zugegebenermassen exotisch ist, aber ich freu mich, wenn andere auch solche gewagten Kombis ausprobieren)! Kann gut sein, dass ich das bald mal probiere, wenn ich ne Karotte übrig haben. Den Rest der Zutaten hab ich normal daheim.
    Gruss,
    Sarah

    1. Hurra, noch eine Experimentalhobbyköchin! Danke für Deinen Kommentar, bin gespannt was Du sagst. :) Gruß zurück und schönes WE!

  4. Ich finde, dass sollte Dein Signature-Dish werden. Frei nach „ich koche meinen Namen“: Salz, Pfeffer, Kokosnuss – alles drin! :-)

    Die Weibei müsste ich allerdings aussortieren. Sehr schön übrigens, dass ich erst mal „Weiber“ gelesen und mich über den jungen Mann gewundert habe. :-D

    Liebste Grüße
    Natalie

    1. Natalie, du Genie. Oh, das reimt sich sogar und (Achtung, Neo-Sprichwort) was sich reimt ist gut! :D Was ich meine ist natürlich das grandiose Schlagwort des Foodblogjahres 2014: Signature-Dish. Hahaha, so gut! Spontan würde ich bei Dir an Eis und Mini-Gugl in allen Facetten und bei Marco an innovative (Blüten-, Caipi-, Konfi-)Butterkreationen denken. Jeder sollte ein Signature-Dish haben… Danke für den Grinser des Tages, mal wieder. :)

      (Und sorry für die Verspätung…)

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