Unterwegs auf: Sardinien

Arrampicare a Cala Gonone!

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Der tolle Strand von Cala Fuili, rechts im Bild die Kletterfelsen

Heute haben die Wolken über München alle Schleusen geöffnet und der Regen prasselt seit Stunden melodiös ans Fenster. Eigentlich hätte ich mein aktuelles Buch am liebsten den ganzen Tag nicht aus den Händen gelegt. Ich lese gerade „Dear Life“, eine Kurzgeschichtensammlung von Alice Munro, der kanadischen Nobelpreis-Lady. Die englische Originalfassung ist klasse und auch gut lesbar für nicht-Muttersprachler. Ein liebes Dankeschön für Empfehlung und Leihgabe an Sophia!

Jedenfalls lädt ein Regentag wie dieser geradezu ein, in Urlaubserinnerungen zu schwelgen. Schon längst wollte ich ja auch meinen Reisebericht fortsetzen. Nach Kroatien, Tessin und Südfrankreich stand der finale Stop der vier-Länder-im-September-Tour noch aus… Es geht *trommelwirbel* auf die schöne italienische Insel Sardinien, auf der man ebenfalls ganz wunderbar Klettern kann.

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Wandern entlang der Küste, Blick nach Cala Gonone

Nach einer eher anstrengenden Überfahrt mit Sardinia Ferries und einigen Umwegen entlang der östlichen Küstenstraße Sardiniens, kam endlich die Bucht von Cala Gonone in Sicht. Welch schöner Anblick sich da bietet! Man tuckert gemütlich in Serpentinen von der erhöhten Küstenstraße nach unten, die Häuschen der Altstadt und glitzernde Wellen mal auf der linken und mal auf der rechten Seite. Leider habe ich davon kein Foto geschossen, war viel zu beschäftigt mit Vorfreude und Genießen…

Nach obligatorischem Spannen der Hängematte und Markieren des Standplatzes mit meiner gelben Lieblingslaterne, ging es zu Fuß die nette Kleinstadt und das Meer erkunden. Erster Stop: Strand! Zweiter Stop: Espressobar. Dritter Stop: Kletterladen, noch schnell einen Kletterführer organisieren. Wer selbst zum Klettern auf die schöne Insel fährt, dem sei „Arrampicare a Cala Gonone“ ans Herz gelegt.

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Diese Idee hatten neben uns leider noch mehr Kletter-Touristen. Ich nenne das bewusst so, denn was da unmittelbar am Einstieg der Routen an Müll und sonstigem Unrat, der hier nicht näher bezeichnet werden soll, herumlag, erinnert an ignoranten Massentourismus. So ein achtloses Verhalten ist echt unsportlich und hat mit dem Naturerlebnis, das ich am Klettern liebe und suche, nicht mehr viel zu tun. Okay, an einen tollen und mittlerweile nicht mehr unter „Geheimtipp“ laufenden Kletterspot wie Cala Gonone fahren halt auch viele Leute, dass man da nicht allein am Fels ist (wie z.B. in Omblèze) war klar. Aber schwarze Schafe gibt’s überall und das ärgert mich dann einfach tierisch…

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Klettern im Kalk des Sektors Biddiriscottai – Coole Überhänge!

Die Kletterei war trotzdem toll, da man z.B. in den Sektoren Cala Fuili oder Biddiriscottai direkt am Strand in der Wand hängt und danach direkt ins kühle Nass springen kann. Herrlich! Für Mehrseillängen und überhaupt die beste Felsqualität fährt man am besten rauf zu La Poltrona.

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Die zwei Ruhetage wurden mit tollen Wanderungen gefüllt, u.a. zum Haupt-Postkartenmotiv dieser Region: Cala Luna, eine wunderschöne halbmondförmige (daher auch der Name) Bucht mit weißem Sandstrand. Es lohnt sich, etwas früher da zu sein, denn nachmittags kommt zweimal das dicke Touristenboot. Kajaks mieten und von Cala Gonone rüberpaddeln ist auch eine coole Option…

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Auf dem Weg nach Cala Luna lag eine schicke Höhle, leider war sie gerade nicht für Besucher offen.

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Interessante Flora findet man ebenfalls. Die Landschaft auf Sardinien ist hauptsächlich von niedrig wachsenden Sträuchern, Büschen und knorrigen Bäumen, z.B. Olive geprägt. Leider habe ich keine Ahnung, wie diese hübsche Kollegin hier heißt. Kann mir jemand mit einschlägigem Botanikwissen helfen? :)

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Ich habe gelernt: Die Macchie (ital. macchia), auch Maquis, ist eine sekundär entstandene, anthropogene, immergrüne Gebüschformation der mediterranen Hartlaubvegetationszone. (Wikipedia)
Wie dem auch sei, es duftet jedenfalls überall phänomenal!

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Nach einigen schönen Kletter- und Wandertagen und netten neuen Bekanntschaften – hey Vroni und Jo! Lieben Gruß nach Innsbruck!! – neigte sich der beste Roadtrip ever leider dem Ende zu.

Besonders in Erinnerung blieben mir die fast schon grotesk mit Kaktusfeigen übersäten Kakteen am Straßenrand und der überaus spannende Kontakt mit den italienischen ADAC-Partnern… Glücklicherweise alles halb so wild und wir konnten nach einer sehr nervenaufreibenden Überfahrt zurück ans italienische Festland (springt er an oder springt er nicht an???) dann doch ohne fremde Hilfe von Bord rollen und die Heimreise antreten…

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Suchbild: Finde den Kiefernzapfen von Michas Hausberg in Gigors :)

Das Reisefieber sollte allerdings andauern. Mal sehen wann ich es schaffe, den nächsten Stop (Südostasien) zu verbloggen… :)

 

 

4 Kommentare

  1. Du bist eindeutig ein Lara Croft-Double ;)
    Schöne, nein, herrliche Bilder! Meer bringt einen ja immer zum Seufzen!

    1. Haha, danke für diesen Vergleich! :)) Oh jaa, jetzt ans Meer, das wär’s. Email kommt die Tage… Bis dahin schönen Sonntagabend nach Frankreich!
      P.S.: Der Kiefernzapfen aus dem letzten Bild fährt immer noch mit! :)

  2. Was für tolle Bilder! Sonne, Meer, Klettern – da möchte man am liebsten gleich die Koffer packen! :) Aber gegessen habt ihr schon auch, oder? ;)

    Übrigens: gestern zum Brunch geladen hatte ich endlich, endlich die Gelegenheit den salzpfefferkokosnuss’schen Obatzda sowie den Radiesli-Quark zu testen! Grosses Kino! Hat nicht nur mir geschmeckt :)

    1. Danke, ich würde auch am liebsten gleich wieder losdüsen… Ja das Essen kam auch nicht zu kurz, wir haben allerdings immer auf dem Campingkocher gezaubert, nachdem unsere erster und einziger Restaurantbesuch so dermaßen unterirdisch und ungenießbar war… dafür jeden Abend ein umso köstlicheres gelato im Städtchen. Man kann also durchaus auch großes Pech im so kulinarisch so herrlichen Urlaubsland Italien haben.
      Freut mich mega, dass ich Dich indirekt zum Brunch begleiten durfte! ! :)

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