Oh my… Zwetschgendatschi

Jetzt muss ich es endlich mal loswerden, mein Rezept des Spätsommers. Ein Klassiker von früher, als Anfang September immer kübelweise Zwetschgen von Nachbar oder Oma bei uns abgestellt wurden. Die leckeren Möglichkeiten, den vielen Früchten Herr zu werden: Marmelade, Kompott, Datschi. Wobei letztere meine allerliebste Zwetschgenverwertung war (und ist).

Die Bezeichnung Datschi ist so ein regionales Ding aus Süddeutschland. Abgeleitet vom ober- bzw. mitteldeutschen Dialekt bezeichnet „datschen“ das Hineindrücken, in diesem Fall der Zwetschgen in den Teig. Eine andere, kulinarisch nicht unbedingte relevante Bedeutung des Datschi ist übrigens: König von Georgien. Da schau her.

Passenderweise gilt der Zwetschgendatschi als Spezialität meiner Heimatstadt Augsburg. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass hier sogar jede Familie ihr eigenes Datschirezept hütet. Ob mit oder ohne Streusel, mit Hefe- oder Quark-Öl-Teig, das ist Geschmackssache. Nur in einem Punkt gibt’s keine Diskussion: Am besten schmeckt der Zwetschgendatschi frisch und ofenwarm.

Zutaten für 1 Blech Zwetschgendatschi mit Quark-Öl-Teig

  • 160g Quark, halbfett
  • 6 EL Sonnenblumen- oder Weizenkeimöl
  • 6 EL Vollmilch
  • 75g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Ei
  • 300g Dinkelmehl hell
  • 1/2 Päckchen Weinstein-Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • ca. 1,5 kg Zwetschgen, entsteint und quasi geviertelt, aber nicht ganz durchgeschnitten. Der typische Datschischnitt.
  • 50g Walnüsse, gehackt
  • Zimtzucker

Zwetschgen vorbereiten. Die Menge ist großzügig bemessen, falls es Ausschuss gibt. Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Alle Zutaten außer Mehl, Backpulver und Nüsse in einer Schüssel glattrühren. Mehl und Backpulver mischen und gut unter die Quark-Öl-Masse rühren. Der Teig ist sehr weich und klebrig, das gehört so.

Ein Backpapier auf Blechgröße zuschneiden oder fertige Zuschnitte verwenden. Teig mit dem Teigschaber komplett auf das Backpapier manövrieren. Dünn mit Mehl bestäuben und mit den Fingern in eine rechteckige Form drücken. Immer wieder etwas Mehl draufstäuben, wenn’s zu sehr festpappt.

Zwetschgen gleichmäßig auf dem Teig verteilen und ca. 30-35 min backen. 10 min vor Ende der Backzeit die Walnüsse darüberstreuen. Die Teigränder dürfen ruhig etwas bräunen.

Vor dem Servieren (lauwarm!) nach Belieben mit Zimtzucker bestreuen, um die Säure der Zwetschgen auszugleichen. Ein Klecks Schlagsahne mit Vanille ist auch nicht zu verachten.

One comment

  1. Hallo,
    ah, du machst Zwetschgendatschi auch mit Quark-Öl-Teig (wie den Zwiebelkuchen – dein Rezept werde ich diesen Herbst übrigens auch wieder machen, ich habe gerade großen Appetit darauf)? Ich habe mir ein Rezept mit Hefeteig und Streuseln für die Zwetschgen aus meinem Garten herausgesucht, bin da aber auch offen für Alternativen. Daher merke ich mir dies hier mal.
    Gruss,
    Sarah

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: